Halifax

Leicht angekatert von der Abschiedsparty am Vorabend packte ich meine Sachen die ich überall in Karina und Konrads Wohnzimmer verteilt hatte in meine Rucksack. Ich kaufte noch ein letztes deutsches Frühstück und fütterte einem Bankautomaten meine restlichen Banknoten und ein Glaß Münzen. Stolze ausbeute: 103 Euro oder so.

Dann auf zum Flughafen. Ich war schon etwas spät dran, aber weil alles andere schnell abgewickeltg war, hatte ich trotzdem noch die Gelegenheit 1,5h am Gate zu warten. Nach dem Umsteigen in Frankfurt informierte uns der Pilot gekonnt zweisprachig über den Ausfall der unabhängige Bodenstromversorgung. Mit einer Stunde Verspätung ging es dann los. Unterwegs wurde ich vom durchaus halbwegs empfehlenswerten Film "Live of Pi" unterhalten.
Um gefühlt 2 Uhr Morgens war ich dann in Halifax, wo der kanadisch Grenzbeamte mein Selbstverteidigungsmesser "Not so cool" fand. Bei der Gelegenheit stellte ich auch fest, das eine von den Bierflaschen die ich meiner Couchsurferin mitbringen woltle zerbrochen war, und mein Rucksack somit voller Bier und Scherben. Ich ließ mich davon nicht weiter beeindrucken und verlies also den Flughafen mit etwas leichterem Gepäck und traf tatsächlich auf die Couchsurferin die versprochen hatte mich zu hosten. Sie hat wohl Erfahrung mit so was und war vorsorglich schon 2h später gekommen, hatte also nur 30 min gewartet. Ansonsten war dann auch nicht mehr viel aus dem Abend herauszuhohlen.

halifax Am nästen Tag musste sie dann arbeiten. Wir verließen zusammen das Haus und nahmen bei strahlendem Sonnenschein die Fähre über die Bucht ins Stadtzentrum von Halifax. Definitiv ein schönerer Arbeitsweg als mit der U-Bahn! Da stand ich also mitten in Kanada, ohne Plan was zu tun war. Ich schlenderte zuerst ein bisschen am Hafen entlang. Dieser sieht eigentlich ein bisschen aus wie an der Nordsee, nur mit mehr Wolkenkratzern im Rücken. Ich setzte mich auf eine Bank am Ufer und studierte meinen Reiseführer. Ziemlich schnell tauchte ein Endvierziger auf, der sich zu mir setzte, sich nicht wirklich auf eine Unterhaltung einlassen wollte, aber trotzdem versuchte mich anzugraben. Ich beschloss also weiterzuziehen und informierte mich im der inzwischen geöffneten Touriinfo was es in Halifax zu sehen gibt und wie ich am besten nach Boston käme.

halifax Am interessantesten fand ich die Zitadelle die über der Stadt steht. Sie ist ein altes schottisches Fort aus Zeiten des amerikanischen Unabhänigkeitskriegs. Dort gab es Wachen die sich nicht bewegen dürfen und einen Kanonenschuss um 12 Uhr. Den Rest des Tages verbrachte ich damit durch die Stadt zu schlendern und im Stadtpark ein bisschen Schlaf nach zu holen.

halifax Abends fuhr ich mit meiner Couchsurferin und ihren Freundinnen an einen der vielen Seen in der Gegend um den Tag ausklingen zu lassen und mein mitgebrachtes Bier zu trinken. Zu spät wurde mir klar, das ich gerade meine ersten zwei Straftaten in Kanada begangen hatte: Trinken in der Öffentlichkeit und abgabe von Alkohol and die jüngste der Freundinnen, die noch nicht 21 (aber mit einem Sportwagen aufgekreuzt) war. Zum Glück beachtete uns die Polizeistreife die auch promt auftauchte uns nicht weiter. Soweit so aufregend.
Inhalt
Stats
advent